Fahrtensegler-Ecke - Fahrtenwettbewerb 2002 zurück

Liebe Seglerfreunde,

dieses Jahr sind erfreulicherweise 4 Fahrtenberichte zur Teilnahme am Fahrtenwettbewerb 2002 bis zur Jahreshauptversammlung bei mir eingegangen. Vom Charakter her sind die unterschiedlichsten Fahrten unternommen worden. Vom Binnenrevier Bodensee/Gardasee, über Ijsselmeer, Adria bis zur reinen Flussfahrt. Entsprechend schwer war deshalb auch die Entscheidung zur Preisverteilung.

Der 1. Preis wurde vergeben an die Crew der VA 3597, Günter und Agi Stegemann vom WSVI Langelsheim für die Fahrt mit den meisten gesegelten Seemeilen im Törnrevier Ijsselmeer-Friesische Seenplatte (Bericht klick hier).

Herzlichen Glückwunsch! Den Wanderpreis möchten wir Euch auf der „BOOT 2003“ in Düsseldorf überreichen.

Zwei weitere Fahrten lagen von den gesegelten Seemeilen so nahe beieinander, 145 sm und 152 sm, dass wir uns entschlossen haben, zwei 2. Plätze zu vergeben.

Zum einen an Gabi Brügge und Urban Linke mit Ihrer VA 716 vom Yachtclub Sorpesee in meinem „Heimatrevier“ Adria (Kroatien) (Bericht klick hier)...

...zum anderen an Hans Nagel und Wolfgang Sprengel vom SC Linkenheim mit der VA 3442 für die Fahrt am Bodensee und Gardasee (Bericht klick hier).

Der 3. Platz ging an Albert Alles und Achim Bock von der Seglervereinigung Mannheim mit der VA 771 (Attacke). Ihr Törnrevier war die sogenannte „Sauerkrauttour“, Rhein, Mosel, Marne au Rhin-Kanal und wieder in den Rhein mit 800 km Fahrt, allerdings unter Motor. (Bericht klick hier).

Auch diesen 3 Crews meinen herzlichen Glückwunsch. Allen Fahrtenseglern viel Spaß bei der Lektüre dieser Fahrtenberichte. Wir alle können wieder Anregungen aufnehmen, um für uns neue Reviere zu entdecken.


Ziel meines diesjährigen Urlaubstörns war wieder, wie könnte es auch anders sein, die Inselwelt von Kroatien. Nach 13-jähriger Abstinenz von Kroatiens Küste hat sich ein befreundetes Ehepaar mit Ihrer Neptun 22 entschlossen mit uns zu segeln.

Wir trafen uns am 14.06.02 in unserem alljährlichen Ausgangshafen Jezera auf Murter. Um es vorweg zu nehmen, es war seit Jahren wieder einmal ein Bilderbuchtörn ohne Sturm, Gewitter und sonstiges Ungemach. 3 1/2 Wochen Sonne pur, unterbrochen von einem Regentag.

Nach der altbewährten Taktik, 1/3 der Reisezeit für die Fahrt Richtung Süden und 2/3 für die Rückfahrt, ging es auch gleich los Richtung Korcula mit Stops auf der Insel Šolta, Bra?, Hvar, Sv. Klement und Šedro. Zurück über Drvenik Veli, Kakan in die Kornaten. Zusammen sind wir uns bekannte und unbekannte Buchten und Häfen angelaufen. Überwiegend haben wir angesichts der guten Wetterlage in Buchten geankert.

Eine Empfehlung wert ist auf Dvrenik Veli das Künstlerlokal „Tramontana“. Hier hat sich eine finnische Künstlerin und Ihr kroatischer Ehemann ein kleines Paradies erschaffen. Über den Sommer betreiben sie das kleine Lokal, bauen Oliven, Orangen und Wein an, im Winter wohnen sie in Schweden. Man sitzt ganz familiär im liebevoll gestalteten Garten zwischen den ausgestellten Bildern und Objekten der Künstlerin. Verwöhnt wird man mit kleinen lukullischen Spezialitäten, z.B. kleine eingelegte Sardinen mit Kartoffelsalat, Schafskäse und Prsut, (roher dalmatinischer Schinken), Oliven und natürlich mit Wein aus eigenem Anbau. Unbedingt aufsuchen!

Eine Nacht war allerdings doch etwas unruhig. Wir hatten auf dem Rückweg in die Kornaten längs an der Mole von Muna auf der Insel Zirije festgemacht. Wunderbar geschützt gegen den Wind aus dem südlichen Quadranten. Leider drehte der Wind entgegen der Prognose in der Nacht auf NO Stärke 6. Es entstand ein äußerst unangenehmer Schwell im Hafen, der uns ständig gegen die Hafenmole gedrückt hat. Fast die ganze Nacht waren wir am Gucken nach den Fendern. Um 3 Uhr habe ich dann noch die Rückdämpfer in die Festmacher eingebunden, um das starke Einrucken zu mildern. Ein Kunststück war für die Smutjes das morgendliche Kaffeekochen. Gegen Mittag war der Spuk vorbei und wir nichts wie Leinen los und raus aus dieser Mausefalle.

In den Kornaten haben wir ausgiebig das glasklare Wasser zum Schwimmen und Schnorcheln genossen. Die restlichen Tage vergingen wie im Flug. Am 4.7. verabschiedeten wir uns von unseren Freunden. Die konnten als Rentner das herrliche Revier noch ein paar Wochen länger genießen. Für uns war leider wieder Heimreise angesagt.


Ein kleines Schmankerl habe ich noch für Euch, nämlich einen Törnbericht vom türkischen Revier. Es ist zwar schon ein Weilchen her, dass Jörg Handwerck mit seiner VA 3350 diese Reise unternommen hat (deshalb auch nicht in der Wertung zum Fahrtenseglerwettbewerb), aber Spaß macht es allemal diesen Bericht zu lesen. (Bericht klick hier).


So, nun kommt gut über den Winter und nutzt die langen Abende für das Planen Eures nächsten Urlaubstörns – mit hoffentlich wieder zahlreichen Fahrtenberichten.

Euer Fahrtenseglerobmann

Wilfried Hofacker